Essen Thailand

Essen Thailand

Insekten als Nahrungsmittel sind für die meisten (für mich sowieso) sehr gewöhnungsbedürftig. Aber es gibt genug Visionäre, die sich auf die Fahne geschrieben haben, den Hunger in der Welt und das Klima mit der Zucht und dem Verzehr von Insekten zu verändern.

Was hat das Klima mit den Insekten zu tun? Die Gier nach günstigem Fleisch führt weiterhin zu Massenproduktion, immer weniger Land, Überdüngung, Verschmutzung des Grundwassers und klimaschädlichen Gasen – kurz gesagt, Insekten pupsen nicht, sie benötigen kaum Futter und wenig Platz.

Laut eines UN Berichtes gibt es weltweit 1900 Insektenarten, die als genießbar gelten. Käfer, Würmer, Larven, Heuschrecken, Grillen, Heimchen etc. Ich denke schon, dass das langfristig eine gute Option ist, ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass ich irgendwann Bratkartoffeln mit gegrillten Ameisen esse, aber es geht ja hier um das Große und Ganze und nicht um mich.

„Bon Appétit!“

Hunderte von Garküchen säumen die Straßen, unzählige Restaurants machen die Auswahl schwer. Die Thais kochen wohl selbst eher weniger, sie kaufen ihr Essen. Ist immer lustig anzusehen, wenn eine Großfamilie nebst Haustieren auf nur einem Moped an die Stände fährt, dort unzählige Tüten kauft und die dann auch noch irgendwie transportiert. Der Touri muss aber Strafe zahlen, wenn er ohne Helm fährt.

Ich fand die Auswahl der frischen Früchte und der zubereiteten Säfte am besten. Jeder weiß, dass dort fast alles gegessen wird was sich bewegt. Natürlich gibt es in den Touristenhochburgen auch die üblichen Italiener usw., aber man sollte schon mal von den Garküchen probieren.  Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Insekten und dieses ganze Krabbelzeug knackig schmecken sollen, so wie Chips.  Tja, ich muss euch enttäuschen. Ich werde nie herausfinden, ob das stimmt. Ich kann mich einfach nicht überwinden Insekten, Käfer oder Fischaugen zu essen.

Meistens ist es schwierig herauszufinden was da so auf den Tischen liegt. Eine Beschilderung  à la „heute empfehlen wir als Entrée die gerade gefangene gemeine Stubenfliege gegrillt mit kürzlich angeschwemmten Quallen, gebettet auf einem zitronigem Stechmückensalat, als süßen Abschluss gekrönt durch unser Kellerassel-Mousse, oder einem Kakerlaken Panna – Cotta “ findet man nicht, aber ich denke in den Garküchen ist wirklich alles sehr frisch.

Wir waren auch mutig, leider mit durchschlagendem Erfolg. Auf irgendeinem Markt haben wir uns so kleine Hähnchensticks gekauft, mein Mann war hungrig und hat gleich 5 davon verdrückt, im Anschluss dann noch meine drei übrig gebliebenen. In der gleichen Nacht wurde ich durch ein Grollen geweckt, das war aber kein Gewitter, sondern der Bauch meines Mannes. Ab diesem Zeitpunkt war er ca. 18 Stunden in unserem Bad gefangen. Bei mir hat es etwas später eingesetzt, hat sich aber in Grenzen gehalten, immerhin konnte ich schnell zur Apotheke flitzen.

Eine ältere Angestellte (die war sicherlich eine Schamanin) hat aus fünf verschiedenen Kräutern (oder was das auch immer war) alles in einen Mörser gekippt, klein gerieben und in kleine Tütchen verpackt, die wir 5 x täglich mit Flüssigkeit trinken sollten. Wir hätten übrigens alles zu uns genommen, unsere Reiseapotheke war schon leer, aber siehe da, nach ca. 10 Stunden ging es meinem Mann schon besser und er konnte das Bad wieder verlassen. Damit will ich nicht sagen, dass das Fleisch schlecht war, ich denke eher, da war vielleicht ein für unsere europäischen Magen unbekanntes Gewürz enthalten, welches uns nicht bekommen ist, denn schließlich essen tausende Touristen von den Garküchen. Wir sind vielleicht einfach nur verwöhnte Weicheier.

Diese große Fischportion, die ihr auf dem einen Bild seht ist übrigens kein Fake. Mein Mann ißt sehr gern Fisch, deswegen sind wir extra zum Rawai Beach gefahren. Laut Google sollte man dort auf jeden Fall Fisch probieren. Zum Baden ist der Rawai Beach nicht geeignet. Ziemlich viel Motor-und Longtail-Boote direkt am Strand und leider schmutzig. Aber wir wollten dort ja auch nicht baden.

In einem der zahlreichen Restaurants wurde gerade ein frischer Fang in die Glasbecken gekippt, die vor den Restaurants stehen, die Besucher können sich direkt ihren Fisch aussuchen und anschließend verzehren. Mein Mann hat sich so ein riesiges Teil ausgesucht, weil er nicht daran geglaubt hat, diesen Fisch wirklich auf seinem Teller wieder zu finden. Tja, dann kam das Ding. Wir saßen an einem kleinen Tisch, der bereits voll war, als der Kellner den Teller mit diesem Fisch hingestellt hat. Als die Beilagen kamen, musste ich an einem anderen Tisch Platz nehmen. Der Fisch hat übrigens hervorragend geschmeckt.

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