Schifffahrt auf der Okertalsperre

Okertalsperre

Die Okertalsperre ist die einzige Harzer Talsperre mit Schiffsverkehr. Von März bis Januar schippert die MS AquaMarin dort hin und her. Die Talsperre liegt sehr zentral im Oberharz und der Nähe von Altenau und Schulenberg. Unter anderem sorgt sie dafür, dass in Braunschweig und Wolfenbüttel kaum Hochwasser ist, da sie die Schneeschmelze abfängt.

Okertalsperre

Hinter der 260 Meter langen bogenförmigen Staumauer befindet sich der Stausee mit kleinen Buchten und einer maximalen Tiefe von etwa 65 Metern.

Atlantis im Harz?

Um die Talsperre bauen zu können, musste man im Jahr 1954 die Orte Mittelschulenberg und Unterschulenberg überfluten. Natürlich gibt es auch hier eine Legende, dass man bei niedrigem Wasserstand die Kirchturmspitze sehen kann und die Glocken dazu hört. Meist nachdem man eine Flasche „Stichpimpulibockforcelorum“ (Kräuterlikör) getrunken hat.

Der Ort Schulenberg wurde völlig neu aufgebaut und ist heute ein beliebter Erholungs- und Luftkurort.

Okertalsperre

Wenn mir jemand vor 10 Jahren gesagt hätte, dass ich mich mal freiwillig für so eine Tour entscheide, hätte ich diese Person für „nicht zurechnungsfähig“ erklären lassen. Ich vergesse leider (oder Gott sei Dank) immer, dass der Zahn der Zeit schon lang an mir nagt. Meine Vorstellung von solch einer Tour war immer, dass ich vollkommen verstört zwischen all den schunkelnden Rentnern sitze und freiwillig ohne Rettungsweste über Bord springe. Aber ganz so schlimm war es dann doch nicht. Natürlich waren ältere Herrschaften anwesend, aber es waren auch Familien mit Kleinkindern, Pärchen, Wanderer und Radfahrer an Bord.

Die gesamte Rundreise dauert ca. 1,5 Stunden, aber ihr könnt an vier Anlegestellen (Weißwasserbrücke, Hauptsperrmauer, Schulenberg und Vorstaumauer) zu – oder aussteigen. Das Schiff, die MS AquaMarin ist jünger als ich, Baujahr 1968, ca. 35 Meter lang und bis zu 250 Passagieren zugelassen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie da 250 Personen drauf passen sollen, es sei denn alle sind untergewichtig. Aber gut, es steht so im Flyer. 1968 war das durchschnittliche Gewicht der Deutschen sicherlich noch etwas geringer als heute. Es gibt ein schönes Sonnendeck und natürlich auch einen verglasten Salon. Das Sonnendeck war an unserem Tag proppevoll, da das Wetter sehr schön war. Wer will da schon unten sitzen.

Okertalsperre

Wir haben auf dem Sonnendeck leider keine freien Plätze gefunden und mussten am Heck Platz nehmen, dort sind rundum ebenfalls noch ein paar Sitzplätze im freien. Der Kapitän hat zu den einzelnen Stationen immer etwas erzählt. Leider versteht man am Heck nicht ein Wort davon, da der Motor so  laut ist. Aber es ist auch schön einfach nur mal ohne Berieselung da zu sitzen und die Sonne zu genießen. Die Bedienung war sehr flott und die Speisen sahen insgesamt alle sehr gut aus. Wenn man sich auf dem Sonnendeck wohl fühlt, kann man sicherlich auch zwei Runden schippern, d.h. 3 Stunden am Stück. Dann hat man einen gepflegten Sonnenbrand und kann zufrieden sein. Ist sicherlich nicht so vorgesehen, aber bei uns sind ein paar Personen sitzen geblieben und ich glaube nicht, dass da jemand was gesagt hat.

Was könnt ihr noch machen?

Man kann baden, surfen, segeln, rudern oder mit dem Tretboot fahren. Am Rande des Stausees gibt es auch einen Campingplatz. Für die Wanderfreunde unter euch ist die Talsperre sicherlich ein Highlight. Um die Talsperre von der Staumauer aus zu umrunden müssen rund 18 Kilometer zurückgelegt werden. Das ist ja schon mal ne Hausnummer.

Okertalsperre

Mountainbikern bietet Schulenberg gute Einstiege in die insgesamt 74 Routen und 2.200 Streckenkilometer zählende Volksbank-Arena Harz. Wir selbst haben auch Horden von Radlern gesehen, scheinen also sehr viele Radfahrer zu nutzen.

Okertalsperre

Taucher haben wir auch gesehen, aber man darf nur in bestimmten Bereichen tauchen, vielleicht sieht man dann auch noch Reste der beiden ehemaligen Orte. Ist wohl auch ziemlich anspruchsvoll, da es dunkel und ziemlich tief ist. Die Tauchgänge müssen vorher angemeldet werden.

Preise

Wie ihr seht könnt ihr die komplette Tour buchen, oder auch nur Teilstrecken. Ist für die Wanderer oder Radfahrer interessant, die noch weiter wollen.

Okertalsperre

Gastronomie

Jeden ersten und dritten Sonntag von Mai bis Oktober könnt ihr von 11:30 Uhr – 13:45 Uhr ein „maritimes Brunchbuffet“ buchen. Kostet 29,90 inklusive Begrüßungssekt. Das gleiche gilt für Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Heiraten könnt ihr ebenfalls an Bord.

Vom Wasser aus könnt ihr schon den legendären Windbeutelkönig sehen, dessen besondere Kreationen deutschlandweit bekannt sind. Ich bin kein großer Freund von Unmengen von Sahne, aber was tut man nicht alles für seine Leser. Ich habe mir einen normalen Windbeutel mit Eis im inneren bestellt, geschafft habe ich ihn nicht. Es gibt auch Windbeutel mit Lachs usw., ist halt alles Geschmackssache. Tatsächlich gab es auch einige Gäste, die so einen XL Windbeutel geschafft haben.

Bei schönem Wetter kann man (sofern Platz ist) auf der Terrasse sitzen und auf die Talsperre sehen. Oder sich mit 1000 Wespen rumärgern und nach innen flüchten, ich denke schon, dass dieser ganze Süßkram viele Wespen anlockt.

Wir sind nach der Schiffahrt in das Café Okerterrasse gelaufen, man hat einen fantastischen Blick und kann in Ruhe etwas essen oder trinken. Viele Biker nutzen das ebenfalls als Treffpunkt, so kann man sich ganz nebenbei noch richtig coole Maschinen ansehen.

Okertalsperre

Blick vom Windbeutelkönig

WIndbeutelkönig

Okertalsperre

WIndbeutelkönig

Okertalsperre

Übrigens: Mit diesem Artikel nehme ich sehr gern an der Blogparade vom WellSpa Portal teil. Dort findet ihr viele weitere tolle Tipps zu AusflugszielenSchaut ruhig mal länger dort rein, sicherlich wird für den einen oder anderen ein noch unbekanntes Ausflugsziel in der Nähe dabei sein.

noch mehr Sehenswertes in der Nähe?

1000 Tips für den Harz findet ihr im Blog Harzlust. Da schreibt eine echte Journalistin.

5 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • […] Radfahren auf dem Ahr-Radweg […]

    Antworten
  • Bettina Halbach
    31. März 2019 6:40

    Liebe Daniela, danke für deinen Bericht, warum nicht mal die Okertalsperre besuchen und eine Schiffstour unternehmen? Über deine Angst in einer Rentnergang zu landen, musste ich sowas von schmunzeln… 🙂 ich könnte mir durchaus vorstellen auf deinen Spuren zu wandern, würde mein Handy zu Hause lassen und zwei Stunden faulpelzen. Die überfluteten Dörfer bekäme ich wahrscheinlich nie zu sehen, ich trinke keinen Kräuterschnaps 🙂 liebe Grüße Bettina
    https://urgesunde-ernaehrung-und-naturmedizin.de

    Antworten
  • Liebe Daniela,
    vielen Dank für diesen humorvollen Blogpost über die Okertalsperre – und fürs Verlinken meines Blogs „Harzlust“. Schon skurril, dass man mitten im Harz Schiff fahren kann… Du hast das toll beschrieben. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß und tolle Entdeckungen auf deinen Reisen.
    Liebe Grüße,
    Monika

    Antworten
    • Hallo Monika, du bist ja ein Harz PROFI und wanderst auch sehr gern, was man von mir nicht behaupten kann, aber im Harz gibt es auch für die „faulen Menschen“ wie mich genug zu entdecken und deine interessanten Beiträge verfolge ich natürlich gern auch weiterhin……..liebe Grüße Daniela

      Antworten

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